Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
405
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als das feuerfeste Portal. Die ganze Stadt, deren benach-barte Häuser ringsum glucklich erhalten wurden, war inBestürzung, und trauernd sah man die öde, wüste Brand-stätte. Die Nicolai-Gemeinde, die größte in der Stadt, da-mals wenigstens Seelen stark, hatte nun keine Kirchemehr, und da sie damit ihren Vcreinigungspunkt verloren,zerstreute sie sich und nur ein kleiner Thcil fand Raum inder kleinen Rotunde der Französischen Kirche, die zur Auf-nahme angewiesen war. Viele gingen in die Garnison- undHcilige-Gcistkirche. Viele hatten aber keinen Sonntag mehr;sie lebten ohne Kirche und dachten nicht mehr an gemeinsameErbauung, noch weniger an das heilige Abendmahl. 1795war überhaupt, besonders in kirchlicher Hinsicht, eine böseZeit für Berlin und Potsdam. Es war die Zeit der Heuchler,und das samöse Religions-Edict, der Symbolcn-Zwang, dieExaminations- und Glaubens-Commission, die das einge-rissene Ucbel der flachen und kahlen sogenannten Aufklärunghemmen sollte, vermehrte es vielmehr. Alle, welche unent-schlossen und schwankend waren, und noch gewonnen werdenkonnten, wandten sich nun auf den weiten und breiten Weg;die Kirchen wurden verhältnismäßig wenig besucht und dieAltäre waren verlassen. Bald entstand in der Stadt Potsdamdie allgemeine Meinung:Wir haben Kirchen genug: wir be-dürfen in die Stelle der abgebrannten Kirche keine neue"; dieNicolai-Gemeinde versammelt sich an Sonn- und Festtagen inder Französischen Kirche; es ist noch Platz genug in der Simul-tan-, Hof-, Garnison-, in der Heiligen-Geist- und in der katholi-schen Kirche. Man will sogar wissen, dieser laue Indifferentismussei schön aufgeputzt und mit Schcingründen gefällig motivirtAllerhöchsten Orts ofsicicll vorgetragen. Genug, es wurdekeine neue Kirche wieder erbaut, das schöne Portal der alten