Domherr und Major, jetzige Domdcchant von Erxleben,führte den Monarchen umher. Dieser stand oft sinnend still,und ohne sonst viel zu sprechen, hörte man Ihn sagen:„Gut! Sehr gut! Echt antik! Vortrefflich, — erhebend,— eine wahre Kirche, — ein prächtiger Dom!"
Mit der Domkirche hängen die Gebäude der Nitter-Acadcmie zusammen und die Curatorcn derselben, der Staats-ministcr von Nochow und der Domherr von Erxleben,waren zur Seite des Königs, als Er ihre Einrichtung undRäumlichkeiten in Augenschein nahm. Die sämmtlichen Zög-linge, ihr Dircctor, die Professoren und Lehrer derselben,waren versammelt und der Monarch richtete an sie geistvolleWorte der Ermunterung; wer diese mit angehört hat, weist,daß sie eine salbungsvolle Weihrcdc waren. Der Königsixirte fest und wohlwollend den eben neu angekommenenDircctor und Professor, Ritter !)>-. Blume, und sagte zuihm: „Haben als Dircctor des Gymnasiums zu Potsdamein gutes, ehrenvolles Andenken hinterlassen: ist mir ange-nehm gewesen, viel Günstiges über Sie zu hören! Schonlange hier?" Der Dircctor antwortete würdevoll und ehr-erbietig: „Seit 14 Tagen, Majestät, bin ich hier, und seit8 Tagen in amtlicher Thätigkcit. Doch fällt mein eigent-licher Amtsantritt gerade auf den heutigen Tag, und ichbetrachte es als die glücklichste Vorbedeutung, daß derselbeso durch die Huld meines allergnädigsten Königs ausgezeich-net ist." „Sind hier," crwicdcrtc der König, „in einen wich-tigen, schweren Wirkungskreis eingetreten und finden reichlicheGelegenheit zur verdienstlichen Thätigkcit. Wünsche IhnenGlück und Segen dazu!" Als unter den Schülern derNitter-Acadcmic der zweite Sohn des gewesenen, gestorbenenDirectors Du. Schultze, ein hoffnungsvoller Knabe, vorgestellt