Nach aufgehobener Tafel und geschehener Unterhaltungmit denen, welche zunächst standen, eilte der König wiederin die Ihm werth gewordene alterthümliche Domkirche undsah betrachtend das Innere derselben noch einmal an. Dermit der Ausführung des Baues besonders beauftragt geweseneIII. 26
den der König „einen sehr würdigen Mann nannte," fragte:„was er werden wolle?" sprach von der Wichtigkeit der Ju-gendjahre, und ermunterte mit väterlicher herzlicher Freund-lichkeit zum weisen, gewissenhaften Gebrauch auf eine Art,die gewiß dem edlen Jüngling unvergeßlich geblieben underweckend geworden ist.
Da saß der König mitten im vollen Saale an langerTafel. Er hatte dem ganzen Domcapitcl, allen seinen Mit-gliedern, jedem Einzelnen, viele Wohlthaten erwiesen und ebendie Stiftskirche mit großen Summen wieder herstellen lassen.Er war der Erhalter und Restaurator des Ganzen; Jederfühlte und erkannte das, — nur Er nicht, Er saß da, als einGast unter den Gästen! In Seiner Haltung, in SeinerMiene, in Seinem Tone, in Seiner Unterhaltung, lag durch-aus nichts Herrisches und Gemachtes, vielmehr etwas demü-thig Natürliches. Er war der König, der Lichtpunkt desFestes; um Ihn drchete sich Alles, Jeder fand sich durchSeine Gegenwart geehrt, Jeder bewies Ihm das, — und eswar, als wenn Er sich geehrt fühlte, so dankbar, so herzlich,so einfach und natürlich, nahm Er crwicdernd jedes noch sogeringe Zeichen der Verehrung und Liebe auf. In der Mildedes Herrn lag etwas ganz Eigcnthümliches, ein stiller, um-fließender Zauber, den man am Besten mit der Unbefangen-heit eines unschuldigen Kindes vergleichen kann. Die Grazieder Verlegenheit und ihre Anmuth schmückte Ihn.