Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Sonne bcschien die prächtige Reihe vun Häusern, so daß sieim vortheilhaftcn Lichte erschienen. Erfreut durch diesen An-blick , sagte der Hohe Herr:Hier muß gut wohnen sein!"O! ja," antwortete Malakowsky,darum wohne ich", dasHaus bezeichnend,auch hier."Wie viel Zimmer haben Sie?"Meiner zahlreichen Familie wegen muß ich, kleinere undgrößere, Sieben haben."Wie viel müssen Sie Micthegeben?"Ich muß, weil ich drei Stuben, jede von 2 Fen-stern, vorn heraus habe, kvv Nthlr. jährlich zahlen." DerKönig zuckte die Achseln und sagte:Das machen Sie jedemAndern weiß, mir aber nicht! Das weiß mau ja wohlbesser! Erschrecklich viel Geld; zu viel für ein kleines Quartier!"Malakowsky, mit einer komisch-dcmüthigcn Gcbcrde, crwiedertc:Das ist ein wahres Unglück, daß Ew. Majestät so Etwasnie glauben wollen." Der König lachte und schickteihm des andern Morgens 49l) Ducatcn, mit der Inschrift:Zur Hausmiethc für dieses und pruoinimoremclo für daskünftige Jahr." *)

Ä.

Der König, bekanntlich schweigsamer Natur, hörte lieber,als Er redete. Dicß mag einen physischen Grund gehabthaben; gewiß aber auch einen moralischen. Es ist schwerer,gut zu schweigen, als gut zu sprechen. In Diesem läßt mansich im freien Spiel der Ideen gehen, und nicht so genaumit den einzelnen Worten es nehmend, ergießt man sich; inJenem hält man an sich und zurück, thut sich Gewalt an,

") Nach der eigenen mündlichen Mitthcilung des Obristen vonMalakowsky. Die Inschrift des Königs war eigenhändig unddas prnenniueranclo, als ein avis an lectonr, stark unterstrichen.Ein kluger Herr!" sagte der fröhliche Obrist.