Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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geschickten Tischler, der schon viele Jahre die Arbeit imSchlosse hatte, ein vollständiges neues Amcublement von Ma-hagoni-Holz. Alles: ein Sccretair, eine Commode, eine Ser-vante, ein Sopha, Tische und Stühle, waren fertig, als derHohe Herr zurückkam. Die sauberen Sachen und ihre An-ordnung gefielen Ihm und Er gab darüber Seine Zufrieden-heit zu erkennen; aber die Berechnung schien Ihm zu hoch,und so ganz über Seiner Erwartung, daß Er Seinen Miß-mut!) darüber durch den Hofmarschall dem Tischler zu erkennengab. Dieser aber versicherte:daß er nicht übcrthcuere undnicht mehr angesetzt, als er verdient habe." Der König aberhatte nun einmal die unglückliche Idee, daß Er Alles theurerbezahlen müsse, als jeder Andere, und Sein Ihm eingeimpftesMißtrauen steigerte den gefaßten Verdacht zur Gewißheit.In derselben weigerte Er sich, zu bezahlen:Er wolle,"wie Er sagte,an diesem Menschen einmal ein Excmpel sta-tuiren." Da der Tischler sein Geld nicht bekam, und dasGeld, welches er in seinem Geschäft nöthig hatte, nicht er-hielt, auch nicht erhalten sollte, so blieb ihm nichts Anderesübrig, als den König zu verklagen. Dieß geschah. Es wareine unerhörte Sache, Friedrich Wilhelm, den Gerechten,

strafte, daß er den Koch mit eigener Hand tüchtig mit sei-nem spanischen Rohrstock durchprügelte, unter lautem Fluchenund Schimpfrcdcn. Friedrich Wilhelm I. war sehr frugalund oft genau; und doch dabei freigebig, wahrhaft Kö-niglich. Kein nachfolgender König hat so viel wie er nament-lich für Potsdam gethan. Er hat gebaut und sundirt dasgroße Militair-Waiscnhaus; das Gymnasium und Armenhaus;die Caserne; die Hof- und Garnison- und heilige Gcistkirche. Eineedle, Königliche treue, gottcsfürchtige, biedere, martialische Na-tur; aber roh und heftig, nach dem Maßstab unserer, wenigerSeiner Zeit.