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Als Friedrich II. einen Tempel der Musen, einfach,erhaben und still, Hans-sorie-i, angelegt hatte, incommodirteihn die nahe gelegene Windmuhle; ihr fast unaufhörlichesRauschen und monotones Geklapper störte ihn in seinenMeditationen, und er wünschte es vor seinen Ohren weg.Er ließ also den benachbarten Windmüller zu sich kommen.Dieser aber wollte auch für die hohe Summe, welche vondem Königlichen Herrscher geboten wurde, die in der Näheder Stadt gut und hoch gelegene Windmühle, die schon seinGroßvater und Vater gehabt, auf welcher er mit seinen Ge-schwistern geboren sei, auf der er sein Brod habe, und die,lieb und werth, zu einem Familiengutc geworden, nicht ver-kaufen. Friedrich gab gute Worte und steigerte sein Gebot.Als der Windmüllcr aber seinen Kopf aufsetzte und eigen-sinnig nicht wollte, wurde der König verdrießlich und sagte:„Wenn Er nicht gutwillig will, so befehle ich's Ihm; undwill Er nicht gehorchen, so nehme ich die mir fatale Mühle."Der Müller antwortete dreist: „Ha! so gchtS nicht.Ja, wenn kein Kammergericht wäre!" Friedrich er-kannte die Wahrheit und fühlte die Schärfe dieser frcimüthigcnDrohung. Er ehrte das durch das Gesetz gesicherte Heilig-thum des Eigcnthums, verschluckte die Pille, ließ denWindmüllcr in Frieden ziehen, hörte geduldig das Geklapperder Mühle, die auf ihrer Stelle stehen blieb und nochheute steht. ")
*) Man erzählte dem Kaiser Napoleon bei seiner Anwesenheit zu8a»8-sn»ai im Herbste I8M, beim Anblick der dem Schlossenahe gelegene» Windmühle, diese Anekdote aus dem Leben desgroßen Königs. Er, der damals glückliche und mächtige Mann,konnte und wollte aber sie nicht für wahr halten, erklärte