andere geworden waren, irgend Etwas gesagt und gethan,was solcher Ehrsurcht zuwider gewesen wäre; bei jederGelegenheit, die sich Ihm darbot, sprach Er vielmehr sie gernund ganz aus, und wer die Schriften Friedrich's II. gelesenhat und die Regierungs-Geschichte Friedrich Wilhelm II!,kennt, weiß, wieviel klare Ideen, wieviel herrliche freie Grund-sätze, die sich in jenen als Theorien finden, Er in Praxis,ohne ein bloßer Nachahmer zu sein, wirklich ausgeführt undals Gesetz hingestellt hat. Zu solchen großen und ewigen Ideengehörte vorzüglich der in der Thcsis allgemein angenommene,aber im wirklichen Leben sehr oft verkannte, zurückgeschobeneund verletzte, Alles tragende Grundsatz: Vor der Heilig-keit des Gesetzes sind sich ohne Ausnahme alleMenschen gleich, und vor seinem heiligenNichter-stuhle gilt nicht Reich und Arm, Vornehm undGering, kein Ansehen der Person. Friedrich derGroße, dessen klarer Geist das wahre, ewige Wesen der Dingeund Menschen durchschauete, ging noch einen Schritt weiter;er sagte nicht nur: der monarchische König sei nicht über,sondern unter dem Gesetze, und sei demselben Gehorsam undUnterwerfung schuldig, wie jeder Unterthan, ja er sei in dieserBeziehung der erste Unterthan, der allen Anderen insolchem Stücke mit einem guten Beispiele vorlcuchtcn müsse.Mit diesem theoretisch ausgesprochenen und praktisch befolgtenGrundsatze war aller Despotie und ihrer heillosen Willkürein Riegel vorgeschoben, und Friedrich II. und sein Staatwar darum so groß, weil er in Allem nicht nur so dachte,sondern auch so handelte. In diesem Lichte ist die bekannteAnekdote, die hier, in Anwendung auf König Friedrich Wil-helm III., noch einmal erzählt wird, welthistorisch gewor-den und neu geblieben.
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