Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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gesprochen, eine Antwort aufzusetzen und sie dem Manne zuseiner Beruhigung zukommen zu lassen. Diesen Brief setzteWitzleben auf, legte ihn dem Könige zur Genehmigung vor,der Vieles daran änderte und hinzufugte, worauf er, vonWitzleben unterschrieben, nach Barmen abging."

Dieses Factum erzählte der General dem verstorbenenKapellmeister G. A. Schneider, der sich seines besonderen Ver-trauens erfreute, auf einem Spaziergange in Charlottenburg,bei welchem auch ich gegenwärtig war. Die Auseinander-setzung des Generals war sehr geordnet, und was mir davonim Gedächtnisse ist, folgt hier:

Zuerst mußte der General seinen Dank und seine Freudefür die von dem Schreiber geäußerte Thcilnahme an demSeelenheil des Königs, sowie für die Gefühle aussprechen,aus welchen jene Bcsorgniß überhaupt hervorgegangen; dannaber auf das Unpassende des Schrittes hinweisen, den er ge-than. Schlimm sei es, wenn die langjährige Regierung desKönigs ihn noch nicht eines Besseren über das belehrt, waser von Ihm zu fürchten scheine, und es sei nicht zu verkennen,daß daran wohl hauptsächlich zwei Gründe schuld wären:erstens die streng pietistische Richtung, die sich schon seitJahren im ganzen Wuppcrthale bcmerklich gemacht; dannaber die Art und Weise der theatralischen Darstellungen, denender Schreiber dort beigewohnt, oder von denen er sich habeerzählen lassen. Von dem jedem Menschen gewiß erlaubtenGenuß an Kunstschöpfungen überhaupt ausgehend, verbreitetesich der Witzleben'sche Brief nun, nach den Acußerungen desKönigs, über die Freude an dem Theater im Besonderen;erklärte, inwiefern die Leistungen und der Zustand einer so