Zwischcnacte die kleine in einem mäßig großen Zimmer auf-geschlagene Bühne besuchte und lächelnd dem verwirrtenTreiben dort zusah, that Er dieß in Kalisch wahrscheinlich ausdem angeführten Grunde gar nicht, obgleich Ihn hier Allesan Berlin erinnerte, da selbst die Dccorationen ganz genaunach denen der Berliner Bühne auf besondcrn Befehl desKaisers gemacht warm. Uebcrhaupt war es ein ganz beson-derer Vorzug, den Er einem darstellenden Mitgliedc dadurcherwies, daß Er das Wort unmittelbar an dasselbe richtete.Nicht Alle erfreuten sich dieser Gunst, Einige sogar erreichtensie nie, was meistentheils in der unvortheilhaftcn Meinungseinen Grund fand, die der König über ihre bürgerlichenVerhältnisse hatte. Solche Personen spielten auch selten undnur in äußersten Nothfällen in dem Palais."
„Sehr wichtig ist für den Denker das merkwürdige Fac-tum, daß einst im Jahre 1834 ein Einwohner von Barmenbei Elberfeld an den König schrieb und Ihn inständig bat,Er möge ihn über die Angst und Unruhe um das Seelen-heil des Landesherrn beruhigen, — da er wahre Frömmig-keit und Religiösität mit dem, wie er gehört habe, täglichenBesuche des Theaters nicht zu vereinigen wisse, und Ihn daherals treuer Unterthan dringend beschwöre, Er möge entwederden Besuch des Theaters unterlassen, oder ihn durch eineAuseinandersetzung Seiner Gründe dafür von dieser Angstum das Heil des Königs belehren. Diesen Brief zeigte derKönig dem General von Witzleben und sprach mit diesemeine ganze Stunde über den Inhalt desselben. Weit entferntaber, über die allerdings ungewöhnliche Sorge des Schreibersungehalten zu sein und den Brief nicht weiter zu beachten,trug Er dem General auf, aus dem, was Er mit ihm darüber