Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
359
Einzelbild herunterladen
 

339

Folge dos Interesse an den Einzelnheiten, aus deren Zusam-menwirken jene entstehen. Der Geschmack des Königs ancharakteristischer, besonders aber solcher Musik, die einen he-roischen, kriegerischen Charakter hatte, vcranlaßte das En-gagement Spontini's, dessen Vcstalinn und Corte; Ihm inParis in vollendeter Ausführung entgegengetreten waren;und mit diesem Engagement begann offenbar jene großartigePeriode der Berliner Oper, in welcher so ausgezeichnete Er-scheinungen die Aufmerksamkeit der ganzen Kunstwelt auf sichzogen. Stets bewahrte der König dem Edlen und Groß-artigen in dieser Richtung Seine Aufmerksamkeit und thatmehr dafür, als irgendwo vorher geschehen war. Er betrach-tete die große Oper gleich von Anfang an keineswcges alseine Hofsache, als einen Pomp, wie es früher unter SeinenVorgängern geschehen war, sondern als ein Eigenthum desVolkes, wohl geeignet, den Sinn zum Idealen zu weckenund in der Vereinigung aller Künste zum Zwecke edler Ver-gnügung dem Publicum einen Mittelpunkt für den geläu-terten Kunstgcschmack zu bieten."

„Noch ein anderer Punkt trug wesentlich zu der König-lichen Unterstützung bei, die Er dem glanzvoll sich entwickeln-den Institute angedeihen ließ. Berlin wurde in der erwähn-ten Zeit der Sammelplatz vieler fürstlichen Besuche, denendie einfache, fast bürgerliche Sitte des Preußischen Hofesnicht die Aufnahme gewähren konnte, zu welcher die Freudedes Sieges, die prachtvollen Festlichkeiten der Congrcsse, fasteine Berechtigung gegeben. Große Jagden liebte der Könignicht. Glänzende Hoffeste, Maskeraden, Bälle, waren kost-spielig und das Publicum konnte sie mit seiner Behaglich-keit nicht thcilen. Im Theater war das anders. Hier