Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
356
Einzelbild herunterladen
 

336

zen Eintrag thun konnte; dabei hielt Er aber auf geregelteWirthschast, so daß die Zuschüsse aus Königlichen Kassenselten den Etat jährlich überstiegen. Von 1816 bis 1828führte Graf v. Brühl die General-Intendanz, von dort bis1842, bis nach dem Tode des Königs, der Graf v. Redern.Beiden war Er persönlich gewogen und zählte sie zu Seinertäglichen Umgebung."

v. Redern."

„Welche Kunst, welches Wissen hätte dem unvergeßli-chen Könige nicht Förderung und Schutz zu verdanken ge-habt?! vor allen aber die dramatische und die mit dieserso nahe in Verbindung stehende theatralische. Und wahrlichdiese bedurfte des Schutzes, der Förderung, mehr, als jedeandere. Auf welcher Stufe stand Sculptur, Malerei, Musik,als die Schauspielkunst ihr karges Brod noch an den Ta-feln der Reichen erbetteln mußte! Auf einer Seite im PompeItalienischer Opern auf die höchste Spitze getrieben, fand derKönig bei Seinem Regierungs-Antritte das Deutsche Schau-spiel auf einer so niedrigen Stufe, daß sein Zustand sich fastder historischen Forschung entzieht, weil diese überall nurauf Unbedeutendes stößt. — Und in welchem Zustande hatEr das Deutsche Theater der Jetztwelt hinterlassen?" —

„Friedrich Wilhelms Neigung für das Theater warkeine angeborene, schon in der Jugend und dem blühendenManncsalter Befriedigung suchende. Bei den prachtvollenCarneval-Opern von 1787 bis 1800 war Er ein kalter,gelangweilter, ja abgestoßener Zuschauer gewesen; das fremdeSprachgeklingel auf dem Potsdamer Theater hatte Ihn nicht