Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
347
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Kleinen wie im Großen Seine humane Güte durch, undlieber gab Er dieser Gehör, so oft es anging. So war Er,und so haben wir und Sein Volk Ihn gesehen und ge-kannt. Er handelte im vorliegenden Falle wie der Franzö-sische Kaiser Napoleon; aber es war nicht Nachahmung,sondern Sclbstansicht (Autopsie), die Er schon hatte undübte, ehe von dem außerordentlichen Mann die Rede war.Uebrigens war Er weit davon entfernt, von dem, als ihmnoch Alles gelang, Gepriesenen und Vergötterten verächt-lich und klein zu reden, als er im Unglück besiegt undunschädlich auf der isolirten Insel Helena wie todt war. Keinregierender Herr hat mehr von ihm gelitten, als Frie-drich Wilhelm III., Er wußte und fühlte und erfuhr,daß Napoleon Sein persönlicher Feind war. Nie hat esaber auch auf dem Schauplatze der Geschichte grellere Eon-traste in Denkungsart, Gesinnung und Handlung gegeben,die schroffer trennend einander gegenüber standen, alszwischen diesen Beiden. Aber dennoch sprach Friedrich Wil-helm von Seinem Gegner nie mit Erbitterung und Unwillen,vielmehr mit Mäßigung und Ruhe; ja Er gestand gern, daßauch Er mit der Welt Vieles, was gut und der Zeit ange-messen sei, von Ihm gelernt habe. Namentlich gedachte Er,so oft die Rede davon war (doch war dieß selten der Fall),des gewaltigen Feldherrn-Talentes des seltenen Mannes, undEr fand es unbillig, dieß jetzt ganz zu vergessen und nurvon den Fehlern, die er im Unglück gemacht, zu reden.Essei keine Kunst, zu tadeln hinterher; aber man bedenke nicht,daß dieß Fehlerhafte erst dann sichtbar geworden, als Allesgeschehen sei und es nicht von dem Handelnden vorher er-kannt werden konnte, sonst würde er es gewiß vermiedenhaben. Auch die Alliirten hätten in ihren Operationen gegen