Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
346
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Z46

der Erzählung, und rühmte den richtigen Tact, den er bewie-sen, besonders habe Ihm die Scene mit dem FranzösischenKaiser Wohlgefallen; Talma habe sich und sein Talent über-schätzt und Ungehöriges verlangt. Es mache ihm (demSchneider) alle Ehre, daß er das so offenherzig erzählt habe,zum Beweise, daß er in der Würdigung den richtigen Maßstabanlege; und Er konnte, ganz gegen Seine sonstige Gewohnheit,nicht aufhören, davon zu reden. Dieß erzählte Schneiderdem Kriegs-Minister v. Rauch und dem General v. Witz-leben. Beide lachten und sagten:Dadurch geht uns einLicht auf; wir müssen Ahnen jetzt nur sagen, daß wir BeideSie, auch wegen Ihrer sonstigen Verdienste, dem Königezur Verleihung eines Ordens vorgeschlagen haben. Der gnä-dige Herr hat aber geantwortet:Dieß ist gegen meineGrundsätze, die ich darin befolge. Der Schneider ist einbraver Mann, gegen den ich Nichts habe; aber einen Ordenkann er nicht bekommen, er ist ein Komödiant." *)

So fest und unbeweglich war der König in dem, wasEr sich einmal vorgenommen hatte. Von Grundsätzen wichEr in Seinen Handlungen auch dann nicht ab, wenn, wiehier der Fall, persönliche Zuneigung und Wohlwollen inSeinem Herzen war. Aber dann wurde Ahm die Festigkeitschwer; es war Ihm, als wenn Er sie entschuldigen müsse,und es Ihm leid thue, daß Er nicht anders könne. SeinCharakter und Sein Herz waren immer beisammen; aber imCollisionsfalle wies Er dieses zurück und folgte jenem.Ueberall schimmert neben Seiner ernsten Gerechtigkeit im

's Nach einer nuindlichen Mittheilung des Schauspielers Schnei-der selbst.