Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
342
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Seinem Ernst und ganzen Charakter unvereinbar erscheint.Man fühlte es Seiner ganzen Persönlichkeit und Seiner sicht-baren Geistesabwesenheit im Theater an, daß Seinem öfterenErscheinen in demselben noch etwas Anderes zum Grundeliegen müsse. Er liebte und suchte die Einsamkeit, und Erfand sie den ganzen Tag über nirgends; wo Er auch seinund sich hinwenden mochte, überall wurde Er gestövt; vonallen Seiten wurde Er überlausen; Jeder wollte Etwas vonIhm, und bei dem Wohlwollen, das Er für alle Menschenfühlte, und der Besorgniß, wehe zu thun, konnte und wollteEr sich nicht verläugnen lassen, was Vielen, die keine Kö-nige sind, so leicht wird. Da und an dem Orte also, woAlle glaubten und glauben mußten, daß Er zu Seinein Ver-gnügen aus freier Wahl ihn besuche, war Er oft mit ganz an-deren Dingen, als mit dem gegenwärtigen Spiele, beschäftigt;hier konnte Er ungestört Seinen Gedanken nachgehen, undihnen und sich selbst Audienz geben. Darum war Er auchnie zerstreut, war Er, wo man Ihn auch sehen und findenmochte, stets bei sich selbst und geistesgegenwärtig. Nichts nahmIhn gefangen, Er blieb frei und konnte mit heiterer Kraftvon geringfügigen Dingen, wie sie das Leben auch bei Hofegiebt, ohne sich zu besinnen zu den ernsthaftesten übergehen.Er liebte die Einsamkeit, ihre Höhen und Tiefen. Als Erim Jahre 1827 das Unglück hatte, den Fuß zu zerbrechen,und auf Seinem stillen Schlafstübchen viel allein und ohneAnlauf war, sagte Er zu mir:Abgerechnet die mich betrof-fene Kalamität, ist mir ganz wohl. Die Einsamkeit thutmir gut. Ungestört kann ich meinen Gedanken nachhängenund mein seltsames Leben durchdenken. In gesunden Tagenließ man mich nicht dazu kommen. Und es giebt viel zuhcdenken!" Und Er bedachte Alles scharf und wohlwollend,