Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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bloß durch Kenntnisse und Talente, sondern auch durch Bil-dung, Liebenswürdigkeit und Annutth auszeichnen, so daßsie auf der Stufe, wo sie stehen, auch in den höheren Cir-keln mit Anstand erscheinen können. Alle diejenigen, welcheVorzügliches leisten, sind anziehend und interessant durchOriginalität, in einer Welt voll von Copicn. Das Charak-teristisch-Prägnante ist es gerade, was Leben in sich hatund giebt.

Der König wußte dieß in jeder Sphäre zu finden undhatte darin einen richtigen, offenen, freien und unbefangenenBlick. Seine Pietät und Sein Charakter-Ernst bewahrteIhn, daß dieser Blick nicht lüstern wurde, und zu denschweren Sünden, die nicht vergeben werden könnten undihre züchtigende Strafe in innerer Unruhe und Zerrissenheitin sich trügen, zählte Er vorzüglich den Ehebruch. Män-nern und Jünglingen, Frauen und Mädchen, die leichtsinnigund ausschweifend waren, und in einem schlechten Rufe stan-den, war Er entschieden abgeneigt; Er entzog ihnen SeinWohlwollen und entfernte sie, sobald Er konnte. So wienicht Talente allein, sondern Charakter und ein diesem ge-mäßer unsträflicher, würdiger Wandel den Menschen achtungs-werth machen, so legte Er Sein Urtheil über Andere alleinan diesen Maßstab. Der Ausdruck:nimnble roue" warIhm ganz und gar zuwider und Er sprach mit Heftigkeitüber den Widerspruch, der darin liegt, wenn man behauptet:ein Mensch von frivolen Sitten könne doch dabei liebens-würdig sein:wahrhaft aimndlg sei nur allein das Guteund Tugendhaste; ein Rmie sei, was schon das Wort sage,ein Strick, ein Galgenvogel;" und diese richtigen Begriffe,die Er von den Sachen und Menschen hatte, bewies Er