Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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bung zu ihm erfüllet mit Ruhe und innerem Frieden; dasSchauspiel dagegen regt auf."Das Schauspielhaus ist frei-lich keine Kirche; das soll und will es auch nicht sein. Diesezwei sind separirte Dinge, wiewohl gewisse Leute beide ganzunpassend schon einmal miteinander verglichen haben." Da-bei sah der König satyrisch aus, aber zugleich so gutmüthig,daß ich die Gegenwart des Geistes nicht verlor und ant-wortete:Es ist doch nicht zu läugnen, daß fast alle thea-tralischen Vorstellungen sich um Liebe und Liebeleien bewegen;solchen Trieb darf man nicht erst reizen, er ist durch sich selbstschon stark genug."So urtheilen Sie als alter Mannjetzt; aber anders unsere Jugend. Man muß billig sein,und darf, von ihr umgeben, nicht vergessen, daß man auchjung gewesen ist."Ja wenn es die wahre Liebe wäre! sowie sie gewöhnlich aber dargestellt wird, ist sie Empsindeleiund Phantasterei."Das machen Sie mal der Jugend klarund deutlich! Jeder, der in seiner Jugend liebt, ist auchverliebt und im Zustande der Selbsttäuschung; das ist nuneinmal nicht anders."Schlimm genug! aber man brauchtdiese Täuschung nicht zu nähren und zu vermehren. KeinMensch ist noch durch das Theater besser geworden."Dazuist es auch nicht da. Es verhütet aber viel Böses; es istdoch besser, dasselbe, als die Tabagien und die Kaffeehäuser,zu besuchen."Das unterbleibt darum doch nicht, wie dieErfahrung lehrt, und es will mir nicht gefallen, daß amSonntag Morgen früh um 5 Uhr Conccrte, vorzüglich imThiergarten, gegeben werden; dadurch werden die Menschenvon der Kirche abgehalten."Gehen so nicht hin! Mankann sie nicht zwingen, zur Kirche zu gehen; und gezwungenhätte es keinen Werth. Unter allem Freien ist und bleibtdas Freicste die Religion, vorab die christliche. Jeder hat es