Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
334
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nigcn, wo das Jesuskind auf dem Schöße seiner MutterMarie aus den von dem Knaben Johannes ihm vorgehalte-nen Blumen sinnig und bedeutungsvoll die Passionsblumewählt, als ich Jemand kommen hörte; es war der König,und zwar allein. Er blieb im Bildersaale und ging an-schauend auf und ab; dann wandte Er sich zu mir hin undsagte:Heute wird ein schönes Stück gegeben, eine Satpreauf den Egoismus (ich glaube es heißt:Das war ich");und es thut Noth, daß man ihn lächerlich macht. Aber Siegehen nur selten hin, lassen sich gewöhnlich entschuldigen,wenn ich Sie habe einladen lassen; halten den Besuch desTheaters wohl gar für eine Sünde?"Wenn es eine Sündewäre, würden Ew. Majestät gewiß nicht hingehen. DemReinen ist Alles rein; für Solche halte ich das Schauspielfür einen Zeitvertreib."Ich schlage es höher an; ich halte esfür ein angenehmes Mittel zur sittlichen Veredlung und zählees solchen Anstalten bei."Das ist mir noch sehr proble-matisch; die Sinne werden alle zu sehr assicirt, als daß essittlich wirken könnte; der Eindruck, der zurückbleibt, ist sinn-lich und regt vorzüglich die Phantasie auf."Nicht immer;dann gewiß nicht, wenn das Stück gut gegeben wird und mora-lisch gut ist."Auch selbst dann können die guten Eindrücke nichtaufkommen und haften, weil überall die Sinnlichkeit vorherr-schend ist; sie dringt von allen Seiten ein."Curios! Thutdas nicht auch die Natur? Die Berge und Thäler, dieBäume, die Flüsse und ihre tanzenden Wellen; die Sing-vögel, unter ihnen vorzüglich die Nachtigall; die schönenBlumen: alles dieß, ist es nicht auch in dem Tempel derNatur eine Decoration? Diese reiche Abwechselung ist auchein wahres Schauspiel."Ja; aber hier liegt der Gedankean den Urheber, den Schöpfer, ganz nahe, und die Erhe-