Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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In früheren Zeiten hatte man von ihnen eben keine vorthcil-hafte Meinung. Die Kunst, als solche, wenngleich in derTheorie geschätzt, stand in der Praxis sehr niedrig, also auchdiejenigen, die sich ihr, oft mit vorzüglichem Talente, wid-meten. Man hielt solche Menschen für Solche, die für an-dere Berufsartcn nicht mehr taugten, und die, zusammen-gelaufen, die Komödie nur als Nothbchelf, um das Leben zufristen, ergriffen hätten. Herumziehende Schauspieler-Trup-pen nannte man Banden, und obgleich Alles hinlief, sie,wenn auch in Scheunen, zu sehen und zu hören, so hieltman es doch für entehrend, Gemeinschaft mit Komödiantenzu haben und mit ihnen umzugehen. *) Einen christlich ge-bildeten Mann, den Grafen von Brühl, machte der König

") Bis zum Jahre l8Ul>I8Ü7 war in Elberfeld noch nie einSchauspiel gewesen. Elberfeld, in einer schönen fruchtbarenGegend des Bcrgischcn Landes gelegen, war schon im l8tcnJahrhundert eine volkreiche, blühende, wohlhabende Han-delsstadt, und wurde es immer mehr. Die Kirche und daskirchliche Wesen stand und steht daselbst in allgemeiner Ach-tung und nirgends in ganz Deutschland sind und gelten, wiein dem gesegneten Wupperthale überhaupt, so besonders in El-berfeld, die Pastoren so viel. Die Kraft ihres Amtes liegtvorzüglich in ihrer Seelsorgcz sie besuchen in ihren oft wcit-läuftigcn Kirchspielen vorzüglich die Kranken, jedes Haus, undhaben und übe» eine innere Kirchen-Disciplin über ihre Ge-mcindegliedcr, welche dieselben, in der göttlichen Autorität desPfarramtes, respectiren. Der Pastor dort, in den Städten,wie in den Dörfern, ist die erste, gebietende, Alles vermögende,heilige Ehrfurcht einflößende Person, wie Heinrich Stilling(Jung), in seinerLebcnsgeschichte" 1.TH.:Die Jugend," diePrediger so treffend und anschaulich schildert in dem PastorStollbein. Wie überall, wo die Kirche an der Sonntags- undder Pietismus an der Tages-Ordnung ist, mannigfache Par-