zum General-Intendanten der Schauspiele; dieser, in stetemVerkehr mit Göthc, leitete mit Einsicht und Geschmack die
tcien und Scctcn auftauche», so gab es auch in Elberfeld undin der Umgegend viele Anhänger von Kollcnbusch und Tcrstegcn.Es ist in dem allegirten Buche anziehend und lehrreich, zusehen, wie Männer von verschiedener Farbe, Jeder sein Systemvertheidigcnd, mit dem gerade anwesenden Lavatcr an einemrunden Tische zusammen sitzen, und Göthe, das Wcltkind, eininniger, wenngleich divergircnder Freund von Jung, hin undher um den runde» Tisch geht und mit scharfem satyrischenBlieb die theologisch-kirchliche Gesellschaft fixirend ansieht.Dieser Geist hat sich bis jetzt, wenngleich unter wechselndenNuancen, dort erhalten, und dich darf man nur wissen, um esweniger befremdend zu finden, daß ganz Elberfeld in Bewe-gung kam, als vor ZU Jahren das Erstemal seit die Stadtsteht, eine von Düsseldorf herkommende Schauspieler-Truppesich ankündigte. Die Kirchlichgesinnten > — und deren war diegrößere Zahl, — waren dagegen, besonders die Prediger, welcheöffentlich von den Kanzeln und privatim bei ihren Hausbesu-chen gegen das Verderben der Zeit eiferten; dicß hatte dieWirkung, daß das Haus leer blieb: denn die kleine Anzahlder Modernen füllte es nicht. Das Publicum zu gewinnen,kündigte der Entrcprcncur ein moralisches Stück zum Bestender Armen an. Dieß half; sehr Viele gingen, thcils ausNeugierde, theils auch des guten Zweckes wegen, hin. Der Di-rektor schickte Tags darauf vermittelst eines artigen Briefes dieeingckommcne ansehnliche Summe an den Pastor N., der amMeisten gegen die unerhörte neue Sache war. Dieser Pastorgcrieth aber dadurch in große Verlegenheit und wußte nicht,was er thun sollte. Auf der einen Seite war es gegen seineNeigung und Grundsätze, das Geld anzunehmen, auf der an-deren hatte er nicht das Recht, um die große Summe die vie-len Stadtarmcn zu bringen. In dieser Roth wandte er sichan den reichen Kaufmann W., der Presbyter der Gemeindewar (dort Acltcstcr genannt), und fragte an, was er thun solle?Dieser antwortete: „Wir wollen das Sündengeld nicht in un-