Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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308
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ohnmächtig im Schlummer; ich furchte, es ist der Todes-schlummer. Sich selbst nicht mehr bewußt, Hut Er in dreiTagen vom heiligen Abendmahl nicht mehr gesprochen, undnur in einem hellen Augenblicke könnten Sie es Ihm reichen,wenn Er es verlangte. Er darf nicht gestört werden. Erist ruhig und still, gefaßt und getrost. Er hat, was dieHauptsache ist und bleibt, immer gottesfürchtig und christlichgelebt. Aber ich muß eilen, wieder an Seinem Bette zusein. Beten Sie für Ihn!" Und die edle Frau eilte zu-rück. Von den Aerzten hörte ich, daß der König schwerlichwieder zum Bewußtsein kommen und bald sterben werde.Mir war es lehrreich, das Innere eines Königshauses auchunter solchen Umständen in der Nähe kennen gelernt zu ha-ben, auf dem Rückwege nach Potsdam dachte ich andas große Eine, was Roth ist!

Die Fürstinn von Liegnitz hat bis zum Tode des Kö-nigs, der bald nachher, am ersten Tage des heiligen Psingst-festcs, den 7ten Juni 1849, Nachmittags 3 Uhr, erfolgte, mitwachsender Liebe und Treue als Königliche Gcmahlinn sichbewährt. Es ist nicht möglich, aufmerksamer, fürsorgender,thätigcr und ausharrender, in Krankheit und Tod zu sein,als Sie es war. Das Alles war und leistete Sie, nichtum Ihrer hohen Stellung ein Genüge zu thun, sondern ausNeigung und innerem Hcrzenstricbe, weßhalb Sie auch insolcher Wartung und Pflege nicht ermüdete. Was Sie warund that, war und that Sie von ganzer Seele, von ganzemGemüthe und aus allen Kräften. Dieselben wurden durchden Geist, der Sie beseelte, über natürliches Vermögen erhö-het, und wirkten mit einer stetigen und liebevollen Kraft, dieNichts von Ausruhen wissen will, vielmehr Ruhe in der Be-