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hörbar auf dm Zehen. Jeder fühlte es mit trauernder Ehr-furcht, daß er sich in der Nähe des sterbenden Landesvatcrsbefand. Bon Zeit zu Zeit hörte man in der umgebendenStille abgebrochene Worte, ein Stöhnen und Röcheln. Inder Nacht um 1 Uhr nach meinem Quartier gehend, fandich überall in den matt erleuchteten Gängen und auf denTreppen Königliche Bedienten, die weinten; die Meisten stan-den mit schluchzenden Gesichtern an die Wände gelehnt.Draußen vor dem Schlosse stand in tiefer stiller Mitternachtringsum schweigend ein dichter Haufen von Menschen ausder mittleren und unteren Klasse. Als sie mich von derRampe, bei den leuchtenden Schloßlaterncn, kommen sahen,umzingelten sie mich, teilnehmend und leise nach dein Be-finden des Königs fragend, und ich mußte die gegebene trau-rige Antwort oft wiederholen. Diese schmerzvolle Theilnahmedes gemeinen Mannes rührte mich tief. Wohl dem Fürsten,der also verehrt und geliebt wird! O! die ungeschminkteTreue, die in Roth und Tod ausharrende, aus dem Herzenkommende freie Liebe des Volkes ist die beste, sicherste Wache,ist besser als alle Bajonette und Kanonen. Diese Liebe, diestärker ist, als der Tod, und unter einem härenen Wamse oftwärmer schlägt, als unter Stern und Ordensband, ist vonGott und führt zu Gott. Ich blickte auf zu den ewigenSternen, sah tief im Osten einen weißen Schimmer, unddachte an den sterbenden König. Den dritten Tag war ichbei guter Zeit wieder im Schlosse und ließ zur gelegenenStunde bei der Fürstinn von Liegnitz mich melden. Wie imFluge kam Sie, mit einem traurigen, gebrochenen Wesen,unmittelbar vom Krankenbette. Sic sagte folgende Worte:„Der König ist kränker geworden. Was auch die Acrzteverordnen mögen, Nichts will mehr helfen. Jetzt liegt Er
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