Sterbender seine Religiosität bereuet habe." Der König hörtemit Sammlung andächtig zu, als wenn Er sich zum Todeeingewcihet hätte. Alle umher Sitzenden, unter ihnen auchSeine Gemahlinn, weinten still, und Sie sah mit Blickenfrommer Wehmuth nur den König an. Beim üblichen Nie-derknien der Communicanten während der Einsctzungswortedes Herrn beim heiligen Abendmahl konnte der kranke Könignicht niederknien; Er saß aber dcmüthig und betend in einergebückten Stellung. Wie wenn Seine Kräfte sich erholthätten und Sein Geist über den Körper siegte, trat Er wieein Verklärter hervor, und als Er das gcwcihete Brod undden gesegneten Kelch empfing, war in Seinem edlen Ange-sichte ein unaussprechlicher Friede, ein Unterpfand SeinerErlösung und Seligkeit. Die Feier ging zu Ende; Allesstand auf; der König schlich langsam durch, — wir sahentraurig Ihm nach! Als ich, gerufen, in Sein Wohnzimmertrat, saß Er erschöpft in einem Lehnsessel und winkte michnäher heran. Mit leiser, gebrochener Stimme sagte Er:„Ich danke Gott, daß ich das heilige Abendmahl noch malhabe genießen können. Durch die gläubige Vereinigung mitdem Erlöser finde ich mich sehr erquickt." Zur Fürstinn vonLiegnitz, die zugegen war, sagte Er: „Ehe ich's vergesse: gehmal hin und hole ein schönes porzellanenes bemaltes Oster-Ei." Das sagte Er, um Sie zu entfernen, damit Sie sich nichtbetrübe, da Er dann fortfuhr: „Sie haben eine lange Reihevon Jahren mir das heilige Abendmahl gereicht, immer mirzum Segen. Auch haben Sie freimüthig ernste Wahrheitenverkündigt, und ich habe es wohl gefühlt, daß sie zunächstmich angingen. So ist es recht; ich danke Ihnen. (Ergab mir, zum Letztenmal, die Hand, und hielt sie lange.)Im künftigen Jahre werden Sie es mir nicht mehr reichen.
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