295
die besondere unerwartete Schickung Got-tes, Mir noch in Meinem fünften Deccn-nium eine Lebensgefährtin« zugeführt zuhaben, die Ich als ein Muster treuer zärt-licher Anhänglichkeit öffentlich anzuerken-nen Mich für verpflichtet halte;" und vorherhat der Hochselige dieselbe mit Namen genannt:„Meine theure Auguste."
Dieß eigenhändige, in einem Testamente vor Gott, imGefühl des Todes lange vor demselben niedergelegte Bekcnnt-niß des frommen wahrhastigen Königs enthält Alles, wasüber Seine zweite Ehe gesagt werden kann, und ist der besteText, die gültigste Rechtfertigung alles dessen, was überdieselbe hier gesagt ist. Nach diesem Testament hatte Er dieRechnung mit Seinem Leben gleichsam abgeschlossen, undobgleich Er nach demselben noch über 12 Jahre lebte, sosah Er doch jeden neuen Tag als eine Zugabe an. Niemandin der Welt wußte etwas von diesem Seinen letzten Willen,selbst Seiner theucrcn Auguste, vor der Er sonst keine Ge-heimnisse hatte, verbarg Er ihn; er ruhete still und verbor-gen in Seinem Pulte. Aber nachdem Er ihn geschrieben,damit alle Seine Angelegenheiten geordnet, und Seinem Le-ben gleichsam das letzte Siegel aufgedrückt hatte, kam eineRuhe der Seele über Ihn, die Ihm von Oben her gegebenwar. Man sah an Ihm eine Würde, und in derselben eineHeiterkeit, die nur der hat und genießt, der ohne Neue indie Vergangenheit, gcnugthucnd in die Gegenwart, und hoff-nungsvoll in die Zukunft blickt. Der Schwerpunkt (een-truiu Arnvitntis) von Allem lag in Ihm und Er standruhig und fest in einer bewegten Welt. Bon allem Merk-