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schöner Anblick, in welchem eine junge blühende, angenehmeFrau an der Seite eines in Jahren schon vorgerückten Man-nes ihn durch aufmerksam liebevolle Fürsorge das noch übrigewürdevolle Leben versüßt. *) Wnwcht von diesem gutenGeiste der Ruhe und Eintracht ist Einem dann zu Muthe,wie an einem schönen Herbsttage, den warme Frühlingslustdurchsäusclt. So war die Ehe des Königs; und wenn manIhn in der ersten an der Hand Seiner unvergeßlichen Luisezärtlich und froh gesehen hatte, so sah man Ihn in derzweiten, bei Seiner thcuern Auguste, ruhig, würdevoll undliebreich. Dieses liebreiche Wesen nahm seit der Zeit, inder bei dem Unglück des Beinbruches Seine Gemahlinn Ihnmit treuer Fürsorge gepflegt hatte, zu; Er hoffte in Ihreine zärtliche, liebevolle Gehülsinn für Sein Alter zu finden;mehr, als Er dachte, hatte Er gefunden. Daß diese herbeSchickung kommen würde, hatte Er freilich nicht gedacht;aber nun es eipmal geschehen war, sah Er hinterher mitvergnügter innerer Genugthung, daß Er sich in SeinenErwartungen nicht getäuscht hatte. Wie Alles, was dasLeben in sich selber hat, auch wächst, und alles Geistige undGemüthliche zunimmt, wenn es sich verwandt gegenseitig an-schließt und in Wechselwirkung tritt: so nahm die Liebe undZuneigung beider hohen Personen nun auch zu; Sie schloffensich inniger aneinander an; Sie waren sich gegenseitig lieber
') Solche glücklichen Ehen, in welchen liebevolle Neigung, zursüßen Pflicht geworden, ungleiche Jahre ausgleicht, sieht manoft in den gebildeten Ständen. In solcher Beziehung warauch die zweite Ehe des ehrwürdigen alten Propstes Spaldingeine musterhafte.