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auf den Straßen still und sprachen davon. Man konntedas Geschehene nicht reimen mit Allem, was man sonst vondem Hohen Herrn wußte, und die Urtheilc waren sehr ver-schieden. Alle diejenigen, welche in dem Könige den treuenGemahl sahen, der die Königinn Luise nicht vergessen konnte,idealisirten Ihn als Märtyrer treuer ehelicher Liebe. „Dasist," rief besonders das weibliche Geschlecht aus, „noch einMann, der das Andenken seiner verewigten Frau ehrt undbewahrt!" „Das muß man sagen, unser König steht alsein Muster aller Wittwcr da!" und man wünschte, Er möchteso geblieben sein und nicht wieder gehcirathct haben. Anderetadelten es, daß der mächtige König von Preußen, ein wür-diger Nachfolger großer Ahnherren, ein Dynast eines altenHauses, der Erbe eines berühmten Herrschergeschlechts, sichSeinem hohen Range und Stande gemäß nicht ebenbürtigvermählt habe: „so Etwas sei in der BrandenburgischcnGeschichte noch nicht vorgekommen und sei im Geiste derneueren Zeit. Wenn die Erwählte gleich keine Königinn sei,so sei sie doch die rechtmäßige eheliche Gcmahlinn des Königsund Er schade dadurch der Würde und dem Ansehen desKöniglichen Thrones." Aus vielen, besonders schönen Mäd-chen sprach Eifersucht: „Wenn der stattliche Herr," hieß es,„eine nicht Ebenbürtige nehmen wollte, so konnte Er ja imLande bleiben!" und sie setzten schalkhaft hinzu: „Den hätteich auch genommen!" Am Schonendsten und Billigsten,was sonst doch nicht der Fall ist, urtheilte im Ganzen ge-nommen das weibliche Geschlecht; am Richtigsten aber derehrliche Bürger und Bauer. „Daran," sagte sein gesunderMenschenverstand und sein richtiges Gefühl, „daran hat deralte Herr wohl gethan. Alle Seine Töchter sind vcrheirathet