Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Hcirath angezeigt hätte; nur Gott und Seinem Gewissen warEr über Seine Handlung Rechenschaft schuldig; Keiner konntesie unzulässig finden, und die große Welt hatte nicht dasRecht, eine Bekanntmachung darüber zu erwarten. Auchwar man Anfangs der Meinung, daß Friedrich Wilhelm III.Seine morganatische Ehe als eine Privatsache, kcineswegesals eine Königliche angesehen und als solche beurtheilt wissenwolle; auch hat es nicht an Leuten gefehlt, die ein solchesabsolutes Verfahren der abgeschlossenen Königlichen Würde,welche ihre Handlungen nicht durch Bekanntmachungen deröffentlichen Critik preisgiebt, ganz angemessen gefunden hät-ten, wie denn auch viele hohe Herren in solchem Falle wür-den gehandelt haben.

Der König Friedrich Wilhelm III. handelt nicht so, undals unbefangener, offener, gerader, aufrichtiger Mann konnteEr auch in einer Angelegenheit, die Ihn und Seine Neigungallein anging, nicht versteckt und heimlich handeln. Alles anIhm war offen und ehrlich; wie konnte und durfte es hieranders sein? Nur reiner und guter Absichten sich bewußt,schaut Er frei umher, und weil Er Nichts zu verbergen hat,ist und bleibt Er auch heiter und unbefangen. Er schämtsich nicht, ein Mensch zu sein, und weil Er ein edler Menschist, tritt Er auch mit dem, was in Seinem Herzen sich regt,an das Licht. Es ist Ihm unmöglich, eine wichtige Verän-derung des Lebens zu verschweigen; Alle müssen sie wissen.Wir sehen in der Urkunde, die Er sogleich am Tage derVermählung vollzieht, das volle aufrichtige Herz. Im Er-güsse desselben ist Er ein zärtlicher Familien-Vater, ein liebe-voller Vater des Vaterlandes, und will, daß ein jeder Un-