Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Er verband also miteinander Weisheit und Liebe. Auchhier sehen wir bei aller Gemächlichkeit den exacten, accuratenGeschäftsmann, der Alles gleich zur rechten Zeit that. BeideUrkunden, diejenige für das Publicum und die andere für dieFürstinn, sind am 9ten November 1824, also an demselbenTage der Vermählung, sogleich ausgefertigt. Gewiß wardieser Tag ein bewegter und unruhiger, wobei es Vieles zubedenken und anzuordnen gab. Unter solchen Umständen sa-gen Tausende:Es hat damit noch Zeit, bis diese Unruhenvorüber sind;" aber das, was man aufschiebt, geschieht ge-wöhnlich nicht, und so bleiben viele guten Vorsätze unausge-führt. Der Tod säumt nicht, er kommt gewöhnlich früher,als man denkt, und wenn seine ergreifende kalte Hand da-ist, kann nicht mehr geschehen, was man noch ausführen sollteund wollte. Daher entspringen so viele Mißverständnisse, soviele Familien-Zwistigkeiten und Rechtshändcl. Auch von derSchwäche des Aufschiebens, von der thörichten Hoffnung aufeine gelegenere Zeit, von Hinhalten und Verschleppen, warKönig Friedrich Wilhelm III., der sich stets im vollen undklaren Selbstbewußtsein befand, frei. Nie ließ Er unge-than, was Er thun mußte,*) und eben jetzt thun konnte;und darum that. und richtete Er so viel aus, weil Er dieherrliche Kunst verstand und übte, daseiende Augenblicke zu

*) dlon est snpientis, creiiö mili!, üicers vi v.l. III, sei'0 liimiscrustiiiu üies, vive Iioüie. Vergebens seufzen wir spät;kein Tag wird wiedergeboren und keine Thräne bringt Stun-den zurück. Ich muß wirken, weil es Tag ist, es kommt dieNacht, wo man nicht mehr wirken kann.