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fühlte die Verbindlichkeit, Anderen ein gutes Beispiel zu ge-ben, in welchem man offen, gerade und würdig ist, und allesVersteckte und Heimliche war gegen Sein Naturell. SeinIhm wohlbekannter Licblingsspruch war: „Alles, was wahr-haftig ist, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich,was wohllautet, ist etwa eine Tugend, ist etwa ein Lob, demdenket nach." *)
Und eben weil der König ein Christ war, war Er auchein zärtlicher, weiser Familien-Vater. So lange die Kinderklein sind, liebt man sie und tändelt mit ihnen; wenn sieaber groß und selbst schon vcrheirathct sind, werden sie oft,besonders die erwachsenen Söhne, lästig und man geht ihnenaus dem Wege. Es wird viel Weisheit und Tact dazu erfor-dert, den rechten Ton anzustimmen und mit majorennen, selbst-ständig gewordenen Kindern würdig umzugehen. Die meistenVäter treffen hier das Rechte nicht; sie behandeln die erwach-senen großen Kinder noch als kleine und unmündige; siedulden keinen Widerspruch und verlangen unbedingten Ge-horsam; besonders ist dieß der Fall, wenn sie als alte Män-ner zur zweiten Ehe schreiten, und es entstehen dann wenig-stens geheime Differenzen in der Familie.
König Friedrich Wilhelm III. handelte in einer schwieri-gen, abnormen Lage anders, und die Erhaltung der Familien-Eintracht, in welcher Er die süßesten Freuden genossen, istund bleibt Ihm vor allem Anderen das Wichtigste. Seine
Philipper, Cap. 4, V. 8.