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näher der Zeitpunkt der Vermählung heranrückt, desto ernstersehe ich die wohlüberlegte Sache an; sie ist mir nicht leid,ich habe die Ueberzeugung, sie sei gut und werde mir gutsein. Aber die Gräfinn Auguste von Harrach bringt mirunstreitig Opfer, schwere Opfer. Sie ist jung und blicktfröhlich in's Leben; ich bin alt und habe viel Bitteres er-fahren. Es ist eine schwierige Aufgabe für ein junges Mäd-chen, das Loos des Lebens mit einem Manne, der ihr Vatersein könnte, zu theilcn, und bei dieser großen Verschiedenheitdes Alters und der Ansichten dennoch zufrieden und heiterzu bleiben. Eine solche junge Frau hat es dann recht übel;doch geht es noch bei stiller Zurückgezogenheit im glücklichenPrivatstande, dessen Verborgenheit man liebgewinnen undwo man sich sogar glücklich darin fühlen kann. Aber dasist hier nicht der Fall. Die junge Gräsinn, die jetzt mitihren Eltern still und zurückgezogen lebt, kommt durch ihreVermählung mit mir so recht in's Leben und sein Geräuschhinein. Von allen Seiten ist sie von neugierigen Augen be-achtet, von beredten Zungen kritisirt; sie ist meine Gemah-linn, und doch keine Königinn; ein solcher Contrast fällt ansund führt Jnconvenicnzcn mit sich. Es wird viel Weisheit,Herzcnsgüte und Tact dazu erfordert, unter solchen Verhält-nissen sich würdig zu benehmen. Gewiß, die junge GräsinnAuguste von Harrach hat einen bösen, mißlichen Stand. Al-les das, was kommen wird, habe ich überlegt und wohl er-wogen. Darum habe ich ihr es klar vorgestellt und schrift-lich auseinandergesetzt. Noch vor 10 Tagen habe ich ihrumständlich geschrieben und sie gebeten, wohl zu überlegen,was sie thäte: sie möge vor Gott und ihrem Gewissen sichredlich prüfen: wenn es ihr im Geringsten leid sei, so wolleich, so schwer es mir auch würde, sie ihres Versprechens