Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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giebt es besonders in kranken, verdrießlichen Tagen Hülfe-leistungen und Erleichterungen, die kein Laquai, kein Arzt,kein Freund, die nur eine sanfte weibliche Hand, oft auchselbst nicht mal die einer guten Tochter, sondern nur dieeiner lieben freundlichen Ehefrau, leisten und geben kann.Ich muß also wieder Heirathen; um so mehr, da ich altund hinfällig werde."

Bis hierher hatte der König, an einen Tisch gelehnt,stehend gesprochen; jetzt ging Er schweigend im Zimmer aufund ab, und fuhr dann fort:

Eine Königinn darf es nicht sein; die habe ich gehabt.Eine Luise bekomme ich nicht wieder; wir Beide waren jung;die Zeiten sind hin, auf immer hin! Eine Königinnmuß einen Hofstaat haben; der ist kostbar und kostet demHause und Lande viel Geld. Eine Königinn genirt mich,und ich genire mich nicht gern; ist sie gar herrschsüchtigund mischt sich in Dinge, die sie nichts angehen, bilden sichgeheime Parteien bei Hofe, so wird mir vollends mein bis-chen Leben verbittert. Eine junge Fürstinn, die noch bessereAussichten hat, nimmt mich aus wahrer Liebe nicht, undeine alte, eine Hagebutte, die einst eine Rose war, will ichnicht. Das Erstemal wählte ich aus Neigung, und ich ge-wann das größte Loosz ich hoffe, auch das Zweitemal wirdes mir wohl gehen: ein junges liebenswürdiges Mädchen,welches durch die Verbindung mit mir glücklich wird, istmeine Braut. Von der menschlichen Freiheit, welche indiesen Stücken Jedermann hat, habe auch ich Gebrauch ge-macht; ich bin meinem Herzen und seinem inneren Zugegefolgt."