Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
239
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Ich bin in meinem häuslichen Leben von schweren Ver-lusten getroffen. Nun verläßt mich auch die letzte Tochter,Luise; ich werde sie sehr vermissen. Nur damit kann ich michtrösten, daß sie den besten Menschen in der Welt, den Prin-zen Friedrich der Niederlande, heirathet. Sie ist ein gutesKind, freundlich und liebevoll, wie ihre selige Mutter, einezweite Luise. Ich sympathisire mit ihr und sie hängt mitganzer kindlicher Seele an mir. Sic besorgt alle meineHäuslichkeiten; versüßt mir meine einsamen Stunden; liestmir vor; sitzt an meinem Bette, wenn ich krank bin; machtmir Alles recht, versteht mich, erinnert mich an eineselige Vergangenheit! Ach! behielt ich sie, ich würde nichtan's Wiederheirathen denken. Der Umgang mit einem sanf-ten, verständigen, gemüthlichen weiblichen Wesen ist mir durchmeine Frau und Tochter zum Bedürfniß, zur anderen Na-tur geworden. Ohne das kann ich nicht leben. In derThat giebt es Stimmungen des Gemüthes, die nur Anklangfinden bei einem verwandten weiblichen Herzen; es ist damitganz etwas Anderes, wie mit einem Freunde, den ich, so vielMühe ich mir auch darum gegeben, aber auch nicht habe.Es giebt ein Stillcsein und Schweigen, ein Sprechen und Mit-theilen, ein Helfen und Beistehen, ein Holen und Bringen,ein Kommen, Gehen und Anblicken, welches, umflossen vonweiblicher Anmuth, angenehm ist, und auch bei der trübsten,widerwärtigsten Stimmung angenehm bleibt. Und dann

volle Herz des Königs sich ergoß. Dieser Erguß machte Ihnberedt, so daß Er sehr lange sprach. Die ganze Mittheilungschrieb ich nachher wörtlich auf, und auch hier freue und trösteich mich wieder meines Tagebuches.