Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
232
Einzelbild herunterladen
 

232

Upen. Er, der König, ging wie Sein geliebter Ahnherr,der große Kurfürst, allen streitsüchtigen Theologen gern ausdem Wege, und pflegte zu sagen:Allen Respect vor denHerren, die ihre Sache zur Sache Gottes machen!" Ermochte mit ihnen nichts zu thun haben. In stillen Stundenaber, die Er aussuchte, schrieb Er viel über die Union; sahsie immer Heller und tiefer, nicht aus engen confessionellen,sondern aus weiten christlichen Standpunkten an. Er warfest überzeugt, daß das Eine das Andere voraussetze und be-dinge und daß in beiden der Geist Christi läge, aber nur dawirksam sich äußern könne, wo Frieden und Liebe wohne.Frieden und Liebe kehre nur da ein, wo man, srei von allemKasten- und Parteigcist, Muth genug habe, der Wahrheit indie Augen zu schauen; so sei es in den höheren eifersüchtigenStänden, in den sich aufsindenden theologischen und philoso-phischen Schulen, wo, wie Er sehr naiv sagte, die Meistenin leeren Redensarten sich ergössen, nicht; wohl wäre esaber in Natur und Einfalt, in guter Gesinnung und Nei-gung also in den mittleren, auch in den unteren, nichtganz armen Ständen, hier wohne und regiere die reine ,frische Lust der Eintracht und des Friedens. Hier, in dieserSphäre, werde neben der häuslichen die kirchliche UnionWohnung machen; sie habe sie schon gemacht und festen Fußim Lande genommen; sie schreite immer weiter, dringe immertiefer, und werde immer mehr national, so daß man mitRecht von einer evangelischen Landeskirche, als einer wirklichexistirendcn, reden könne.Sie ist," setzte Er zuletzt nochhinzu,ein immer fortschreitendes Werk, auf welches ich mitGenugthuung Hinblicke. Ich danke Gott, daß es damit inder Stimmung des Volkes gelungen; und es wird nach den