Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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und Könige zitterten. Solcher hierarchischen Macht wider-setzte sich mit seinen Gchülfen der muthige und scste Luther;er zerstörte sie in der evangelischen Kirche: er entfesselte sievon jeder menschlichen Autorität; er gab ihr das lebendigeWort Gottes, und mit ihm die Freiheit der Kinder Gottes,wieder. Die Reformatoren traten, nicht Herren des Glau-bens mehr, sondern Gehülfen der Freude, dcmüthig zurück,und ließen den Herren und Regenten Deutschlands, die ihnenbeistanden und von der römischen Hierarchie abfielen, dieAnordnung der neuen Kirche, als sie die Herrschaft recht-mäßig in ihrem Lande hatte. Mit der Ehrfurcht, die sievor ihnen, als solchen, hatten, vereinigten sie, ihrer glaubcns-vollcn Ueberzcugung unerschütterlich treu, die tiefere Ehrfurchtvor Gott und seinem untrüglichen Worte, und es kam nichtin ihre Seele, daß die Kirche Jesu, die er als ihr Herr ge-stiftet und mit seinem theueren Blute gegründet, in die Bot-mäßigkeit des Staates und unter dessen Herrschaft kommensollte. Alle Evangelisch-Gläubigen, die ehrwürdigen Refor-matoren, die gottesfürchtigen Regenten, die folgsam frommenUnterthanen, waren erfüllt von der ersten Liebe zum Herrn,und die tiefe, stille Gewalt dieser überirdischen Liebe kanntenicht die Besorgniß, daß jemals irdische Macht über dieevangelische Kirche, dem Volke des Herrn, herrschen würde.So kam es, so machte es sich, daß selbst die AugsburgerConfession, diese Bekenntnißschrist der biblisch-evangelischenprotestantischen Kirche, nicht einmal von Luther und Melanch-thon, welcher Letztere sie doch verfertigt, noch von irgendeinem Reformator unterschrieben und übergeben wurde, son-dern von Johannes, Herzog zu Sachsen, Kurfürst; vonGeorg, Markgraf zu Brandenburg; Ernss, Herzog zu Lüne-burg; Philippus, Landgras zu Hessen; Wolfgang, Fürst zu