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ist nicht von Gestern her; seit Jahrhunderten hat sie durchkirchlich-religiösen Sinn, durch Anhänglichkeit an ihr Rcgen-tenhaus, durch Geistescultur, durch Fortschritt mit der Zeit,durch Selbstständigkeit, sich ausgezeichnet und ist in keinerguten Sache zurückgeblieben. Der Vorwurf des Jndifferen-tismus trifft es in keinem Stücke, auch in dem der Unionnicht; sie wäre keine National-Angclegcnhcit geworden, wenndie Nation nicht ihren biblischen Werth erkannt hätte. Eineallgemeine Zustimmung ist auch nicht erfolgt, da der Königdarin die Freiheit eigener Ueberzeugung walten ließ und Nichtserzwingen wollte; die Annahme ist dennoch größtenthcils er-folgt,— sie hätte aber nicht erfolgen können, wenn sie nicht auseigener Bewegung hervorgegangen wäre. Freilich ist dabeiJndifferentismus unvermeidlich. Wo aber wäre er bei einerVolkssachc nicht? Wo fehlte es bei einsichtsvollen und gut-gesinnten Wortführern an Jabrüdern und Nachtretern? Wie?giebt es unter den Lutheranern und Rcformirten, giebt esunter den Alt-Lutheranern gar keine Jndifferentisten? Istnicht das Dasein derselben der sprechendste Beweis, daßdas Werk der Union ein Werk der freien Wahl undnicht des Jndifferentismus ist? Heißt es nicht der heiligenSchrift und ihren klarsten Aussprüchen in dieser Sache alleWirkung absprechen, wenn man nicht den Werth, die Würdeund das Dasein der Union will gelten lassen?
„Wenn sie nur nicht," sagt man zuletzt, „das Werk desKönigs wäre! von Ihm ist sie zuerst ausgegangen; sie istbewirkt durch Cabinetsbefehle; sie steht da als eine Anord-nung des Staats; sie erscheint also als ein Machwerk voneinem mächtigen Menschen, der zwar ein König, aber dochein sterblicher Mensch ist. Und doch ist sie eine Sache Gottes
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