Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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ligen Schrift und in der Natur sehen wir nur die Erschei-nungen im Reiche der Gnade und der Schöpfung; aber »das Innere, woraus die ewige schaffende Kraft hervorgeht,sehen wir nicht. Sie ist mit einem heiligen Dunkel umhüllt,vor welchem wir ehrfurchtsvoll nachdenkend still stehen. Ebendarum beten wir Gott in der Natur und in der Bibel an,eben darum glauben wir, weil wir in beiden Geheimnisseund Wunder finden, die wir nicht fassen. Was wir fassen,was wir begreifen, betasten und durch Zahlen, Maß undGewicht berechnen können, ziehen wir zu uns auf eine Linieherab, und wem wir uns gleich stellen können, vor dem beu-gen wir unsere Kniee nicht, vor dem falten wir unsere Händenicht, zu dem blicken wir nicht hinauf, das beten wir nichtan. Es giebt nichts Unphilosophischeres, als zu sagen:Ichkann in der christlichen Religion nichts annehmen, als was ichbegreife;" das ist ebenso, als wenn man sagen wollte:Esgiebt in der Natur keine magnetische Kraft, keine Ebbe undFlüth, keine Sonne, keine Sterne, weil ich sie nicht begreife."

In dieß hehre Reich der Demuth und Unterwürfigkeit, desNichtsehcns und doch Glaubens, auf der einen Seite; undauf der anderen, des Forschens, des Tieferdringens, desFortschrittes, des klaren Erkennens, führt die Union, weilsie ohne alle Umwege in die heilige Schrift führt, welcheunaufhörlich unserer inneren Aufgabe zuruft:Wachet; seidfest; wurzelt in euch selbst; nehmet zu; werdet nicht derMenschen Knechte." Diesen aufwärts führenden Weg, demLichte zugewandt, wandelten wacker die Reformatoren, undsie sind eben darum so große Männer, weil sie ebenso gelehrt,einsichtsvoll, gebildet und kräftig, als demüthig, gläubig,liebenswürdig und ergeben waren. Mit Riesenkraft räumtensie den hierarchischen Schutt von der Quelle des Lebens weg,