Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
217
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Höhe." *) Das göttliche Wort ist also so vollkommen ab-gerundet und vollendet, daß, wer in den Wahrheiten erstenund zweiten Grades desselben (xiinri et seeuneli oi-cliuis)Etwas ändern, verbessern, accomodiren, modisiciren will,sürchten muß, den ernsten Spruch: ,,So Jemand davonthut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wirdGott abthun sein Thcil vom Buche des Lebens, und vonder heiligen Stadt, und von dem, das in diesem Buche ge-schrieben steht." 5*) Und Jesus sagt:Wahrlich bis daß Him-mel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinsteBuchstabe, noch ein Titel vom Gesetze, bis daß es Alles ge-schehe." Aber so vollendet und vollkommen objcctiv ansich das Wort Gottes ist, so perfectibcl ist es subjectiv inAnwendung auf den Menschen, der darin forscht und dasselbeglaubt. Je höher man es hält, desto mehr ist, leistet undgiebt es. Die hcrmcncutischc Regel ist: der Sinn ist einfruchtbarer und die Worte gelten Alles, was sie gelten kön-nen. (8<zusus est ioeeuuclus, et verlba vuleut r^uickvaleve possuirt.) Es verhält sich mit der OffenbarungGottes in der heiligen Schrift gerade so, wie mit der Offen-barung Gottes in der Natur, es kommt auf den Sinn an,der beobachtet, auf das Auge, welches sieht, auf das Ohr,welches lauscht. Je gesammelter der Sinn, je schärfer dasAuge, je aufmerksamer das Ohr ist, desto durchschauenderund reicher wird der Blick, desto größer die Herzensfreude,die, weil sie redlich sucht, auch findet, und dann mehr fin-det, als sie suchte. In der Offenbarung Gottes in der hei-

ch Ebräer, Cap, I, V, l. 2. 3. u. s. f. ") Offenbarung, Cap. 22,V, 1. -») Matth., Eap. S, V. 18. Lucas, Cap. IS, V. 17.