Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
212
Einzelbild herunterladen
 

212

ihre rechte kirchliche Stellung erhalten; keincswcges sind sieantiquirt, vielwcnigcr aufgehoben; sie gelten noch und wer-den stets gelten, als historische Documcnte der reformatori-schen Zeit, als biblische und darum ewig neue Glaubensbe-kenntnisse evangelischer Christen, durch welche die evangelischeKirche sich zuerst gestaltete und consolidirte. Sie enthaltenrein und unverfälscht die Glaubens- und Sittenlehren derheiligen Schrift; aber sie sind die heilige Schrift nicht selbst,sie stehen mit ihr nicht auf Einer Linie, sondern folgen erstnach ihr. Man faßt die Union auf in dem Standpunktedes Urchristcnthums, und sie erhält eben damit ihren rechteninneren Gehalt und ihre unvergängliche Wurde, daß sie nichtswill und beabsichtigt, als was Christus selbst, der Herr,Stifter und Regierer der christlichen Kirche, wollte und be-absichtigte. Wenn man sie also annimmt, erfüllt man denWunsch und das Werk der großen Reformatoren selbst, dieeben darum die hierarchische römische Kirche verließen undnach der biblischen Wahrheit, die sie erleuchtet hatte, ver-lassen mußten, um die Menschen zu Christus zurückzuführen.So haben alle frommen und rechtgläubigen Lehrer der evan-gelischen Kirche, denen Jesus Christus der Mittelpunkt deslebendigen Glaubens ist, unter ihnen Spener, Franke, Zin-zendorff, Reinhard u. s. f. die symbolischen Bücher angese-hen, und der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III.,Seine Theologen, Consistorien und Synoden, haben durchEinführung der Union der Autorität Luthers, Melanchthonsund Calvin's und ihrer Bckenntniß-Schriften, nicht nur nichtgeschadet, vielmehr sie auss Neue fester gegründet, und jederDiffusion auf immer vorgebauet, indem sie Alles gebauetauf den ewigen Felsen, den Grund, welchen Christus selbstgelegt hat.