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Himmel untergehende Sonne schien dem Könige in 's edleAngesicht, Sein ganzes Wesen war tiefe Ruhe, und in der-selben Verklärung. Ein erfrischender Hauch wehete durchdie sanft bewegten Wipfel der Bäume und man fühlte
einen großen Thcil der Erde in eigener Anschauung und Be-obachtung kennt, fast täglich bei sich zu sehen, und an dessenan alle vorkommenden Dinge sich wie von selbst knüpfendenwissenschaftlichen Ergicßungen fand der Hohe Herr täglich neue,belehrende Freude.
Anmerkung späteren Ursprungs.
Erst im Jahre I84Z hat Alexander von Humboldt die Re-sultate seiner forschenden Weltanschauung in einer schönen undedlen, jedem Gebildeten verständlichen Sprache mitgetheilt inder bekannten Schrift: „Kosmos." Erster Band. Es schließtsich dieses unsterbliche Werk an an die Weltordnung des NicolausKopernicus; an das Organon von Baco von Bcrulam; an dasWeltsystem von Galiläi; an die Naturphilosophie von JsaacNewton; an das 8Mem «lu monüe von Laplace. Dieser gro-ßen Weltanschauung hat theoretisch forschend und praktisch be-obachtend Alexander von Humboldt sein langes Leben gewidmet,davon ist sein denkender Geist voll, davon fließt sein Herz inberedter Zunge über, davon floß es auch über in dem tägliche»Umgange mit dem Könige. Das klar Gedachte und klar Aus-gesprochene über „Naturgcnuß und Wcltgesetzc, Weltbcschreibungund Naturgemälde" nahm von dem vertrauten Hausfreunde inder Natur, in Gärten und auf Reisen, gelegentlich gesagt,sinnig und nachdenkend der Königliche Hörer in sich auf; stillverarbeitete Er es in Seinem Gemüthe und combinirte es aufSeine eigenthümliche Weise mit anderen Ideen. So bildetesich in Ihm aus die große Analogie zwischen der Natur und derOffenbarung; in beiden sah Er dieselben Gesetze, dieselben Ge-heimnisse und Wunder, in beiden verehrte Er den nämlichenSchöpfer; in beiden Gaben liebte Er denselben Geber, undeben dadurch brachte Er Gewißheit über Sein Wissen, Ruheüber Seinen Glauben, und stillen Frieden über Sein Leben.