Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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rasen haben, und es ist, wenn sie, einmal verblendet, glaubt,Recht zu haben, vergeblich, sie besänftigen und für das Bes-sere gewinnen zu wollen. Auch das will durchgemacht sein,besonders im Religiösen, wo sehr oft subjcctivc Gefühle Alles,und objective, noch so vernünftige Gründe Nichts gelten.Oft kommen solche Irregeführten, wenn das Blut kälter ge-worden, und sie einschen, daß sie mit ihrem Eigensinn nichtdurch die Wand können, zu ihrem besseren Selbst zurück,werden ruhig und geben nach; öfters thun sie, von anderenGleichgesinnten bestärkt, das aber nicht, und ihr Eigensinn,von dem sie wähnen, er wäre Festigkeit, in welchem sie nichtschwach nachgeben dürften, wird widerspenstiger Trotz. Siesetzen, wie man zu sagen pflegt, den Kopf auf, bleiben taubbei allen noch so gut gemeinten Vorstellungen, und beharrensteif und starr bei ihrem einmal gefaßten Entschlüsse. Ent-setzlich ist die Macht der Verblendung,'und so lange solcheanhält, ist dagegen Nichts auszurichten. Hält vollends derMensch seine Sache für die Sache Gottes, meint er inallem Ernst, seiner Rechtgläubigkeit wegen zu leiden, so suchter solche Leiden und findet in ihnen als Märtyrer Pflicht undEhre. In solcher Exaltation kann er sonst schwere, jetzt ihmleichte Opfer bringen und das Aeußerste thun. Das Vater-land, Haus und Hof zu verlassen, auszuwandern, und einefremde Gegend, wo man nicht weiß, wie es Einem mit Frauund Kindern gehen wird, ist schwer, sehr schwer, und manbesinnt sich wohl, ehe man das thut. Die Römer hattengegen Widerspenstige keine härtere Strafe, als die des Exils,und Verbannung ist etwas sehr Trauriges.

Und doch war es hier nicht anders, und nur mit demgroßen Unterschiede, daß die Verbannung eine selbst gewählte,