Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
189
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Wort: »Siehe, wie fein und lieblich ist es, wenn Brüdereinträchtig beieinander wohnen!" Mit den Aeltesten der luthe-rischen und der rcformirten, jetzt uniirtcn Gemeinde wurde eineförmliche Unionsurkunde aufgenommen und von Allen unter-schrieben. Der Friede Gottes erfüllte uns und gleich desanderen Tages wurde die ganze Verhandlung durch den Mi-nister von Altenstein an den König geschickt. *)

Nicht so glücklich war man in Schlesien, wenigstens ineinem Theile desselben, mit der kirchlichen Union. Die Wi-derstrebenden, fanatisirt durch Uebelwollcnde, verharrten inder Opposition und es bildete sich, wiewohl Liturgie undAgende größtcnthcils von vr. Luther entlehnt waren, unddie Union in einem so weiten, echt christlichen Sinne hinge-stellt wurde, daß damit die herkömmlichen kirchlichen Sym-bole recht gut bestehen konnten und keiner Religions- undGewissensfreiheit die geringste Gewalt angethan wurde, gleich-wohl eine separatistische Partei, welche sich dieAltlutheraner"nannte. Widerspruch steckt bei Menschen, die einmal nichtwollen, wie Krankheit an und das Ucbel verbreitet sich durchHelfers-Helfer, die bei der Verwirrung ihre Rechnung fin-den, immer weiter. Es schloß sich an das Unwesen licht-scheuer Conventikcl, und da der König die weisen, den Pie-tismus und Mysticismus beschränkenden gesetzmäßigen Ver-ordnungen nicht zurücknehmen wollte, konnte und durfte, so

*) Hengstenberg in Wetter werde ich in seiner männlichen Kind-lichkeit nicht vergessen und Harkort wird in seiner Humanitätmir im Andenken bleiben.