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noch brannte. Die heilige Urkunde sagt von ihnen: „Sicwaren wie Eheleute, die sich einander lieb haben, Ein Herzund Eine Seele; sie waren einträchtig beieinander und besaßenalle Guter gemeinschaftlich. Schönes, ansprechendes Bild!möchten wir ihm ähnlich sein! O, daß Alle, welche aufdiesen stillen Bergen und in diesen freundlichen Thälernwohnen, Eine innigst vereinigte Gemeinde bilden und EinHerz und Eine Seele seien! O Herr, gieb uns Allendeinen Frieden!"
Näher gerückt, hielten wir nun am nächstfolgenden Sonn-abend mit beiden, dem lutherischen und dem reformirten Presby-tcrium, eine gemeinschaftliche Confercnz und besprachen ruhigdie Unionssachc. Und alle obwaltenden Zweifel wurden ge-schlichtet, alle Hindernisse beseitigt, alle Verschiedenheiten aus-geglichen, alle Mißverständnisse gehoben, alle kalten Entfer-nungen in nachbarliche zutrauliche Annäherungen verwandelt.Frohen Muthes und in gutem Vertrauen gingen wir desanderen Tages zur Kirche, und als ich bei vollgedrängterVersammlung über die schöne apostolische Stelle: „Ist beiEuch Ermahnung in Christo, ist Trost der Liebe, ist Ge-meinschaft des Geistes, so erfüllet meine Bitte, daß Ihr Ei-nes Sinnes seid, Nichts thut in eitler Ehre, und Einer denAnderen höher achtet, als sich selbst;" als Hengstenbcrg überden Spruch: „Seid fleißig, zu halten-die Einigkeit im Geiste,"echt christlich, salbungsvoll gepredigt hatte, da kam der guteGeist der Union über alle Gemcindcglieder und Alle erklärten,daß sie, des unchristlichen Haders müde, in Liebe sich vereini-gen wollten. Einer sah den Anderen mit treuen offenenAugen an, Alle gaben sich ehrlich die Hände, und es töntewie Himmclsklänge aus dem Herzen in's Herz das herrliche