184
s
land's Rath zur Wiederherstellung und Stärkung meinerGesundheit nach Pyrmont gehen soll."
Im Sommer 1822 reiste ich also, mit einer KöniglichenInstruction wohl versehen, wieder gesund und froh von danach Wetter, durch mein liebes Vaterland, ab. Schon un-weit Herdecke, und dann vor Wetter, wurde ich festlich alsKöniglicher Commissarius empfangen, mehr als mir ange-nehm sein konnte, denn die Lutheraner und Reformirten hat-ten an verschiedenen Orten sich aufgestellt, eine confessionelleParteiung, eine die andere überbietend, bildend, jede wollte michfür ihre Sache isolirt, da sie doch eine gemeinschaftliche seinsollte, gewinnen. „Wir werden einen bösen Stand haben,"sagte mein lieber Hengstenberg, unter dessen menschenfreund-lichem Obdach mir wohl war. Des anderen Tages hieltenwir Vormittags mit dem stärkeren lutherischen, Nachmittagsmit dem reformirten Consistorium (Presbyterium), für jedeseine abgesonderte Confcrcnz. In jeder wurde die kirchlicheUnion als ein Gott wohlgefälliges, dem Geiste Christi ange-messenes, mit seinen Zwecken übereinstimmendes, den erstenBemühungen der Reformatoren vollkommen verwandtes Werkdargestellt. „Die in der Natur der Sache und der Menschenliegende Verschiedenheit in der Ansicht und Bcurtheilung derGlaubenssätze (Dogmen), welche in der Hitze des ersten
') vr. Hufcland, ein biblisch-gläubiger Christ, war als solchervoll von Liebe und Menschenfreundlichkeit. Er hatte mich,ohne daß ich's wußte, einem der ersten Aerztc in Pyrmont, ichglaube es war der I)r. Marquard, vorher angelegentlich em-pfohlen.