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Liebe thätige Glaube iu der Mitte liege. Diese sei mit ihrerMäßigung das Rechte, wohin uns Christus durch seine Lehreund sein Beispiel sichre (in moclin wtissime idis), undwandte dieß auf bloße Gcfühlsreligion (Pietismus) an. DiesePredigt, in der ich mich der Popularität besonders beflissen,hatte das Glück, dem Könige zu gefallen, und Er sprachlange mit mir über die Extravaganzen (wie Er es nannte)in der Religion, auch über den überspannten und unglück-lichen Lieutenant; doch bedauerte Er ihn nur, und klagte ihnnicht an.
Nicht lange nachher erhielten der Bischof Or. Neandcr,der Bischof v. Ritschl, und ich, durch den Minister v. Altcn-stein den Königlichen Befehl, über die Convcntikel des Pie-tismus und Mysticismus zu berichten, und Vorschläge zuthun, wie dem eingerissenen Unwesen kirchlich abzuhelfen sei.Wir fühlten das Gewicht und den Ernst dieser Ausgabe undwünschten, sie so zu lösen, daß dadurch wahre christliche Fröm-migkeit im Lande befördert werden möchte. Zu dem Endehielten wir vorbereitende Conferenzcn und besprachen, beseeltvom Geiste des Christenthums, den vorliegenden Gegenstand.Das Resultat der freien Berathung wurde protokollarisch ingedrängter Kürze niedergelegt, und war mehr aphoristisch, alsdidaktisch. Das Bild der Sache, wie sie sich, vorzüglich inden Provinzen Preußen, Schlesien, Pommern und der Ncu-mark, hier und da gestaltet hatte, stand nach den vorliegendenActen lebendig vor uns, und darnach wurden die verschiede-nen Schattirungen in der Färbung wirklicher Thatsachen ent-worfen. Nach der historischen Schilderung, wie es in Wahr-heit war und wie weit es damit gekommen, folgten unsereVorschläge, die sich darauf beschränkten, daß zwar die häus-III. 12