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große Haufe hielt ihn für verrückt; Wenige gedachten seinermit Wchmuth, und die Gleichgesinnten nannten ihn einenMärtyrer.
Wiewohl der König über ihn indignirt war, so hatte
sten Pfarrer und beste» Menschen, die ich gekannt. Er hatteUnschuld und Sittenreinhcit so in sich bewahrt und erhalten,daß er, wenn etwas zu seinem Ruhme gesagt wurde, noch inseinem Alter roth wurde, wie eine Jungfrau. Er stand mittenin zahlreicher Versammlung wie ein Engel auf der Kanzel unddie weise Rede floß in Licht und Wärme von seinen Lippenwie Honig. Seine auf dem Berge gelegene Kirche war einealte ehrwürdige Kathedrale, eine herrliche Stiftskirche mitprächtigen Gebäuden und ansehnlichen Einkünften, leider säcu-larisirt. In dem hohen -Thurms hingen viele Glocken von demreinsten Metall, deren klangreiche, ernste und helle, weithinreichende Töne von der Höhe herab in die zerstreut umherliegenden Thäler drangen und die Landgemeinden bei sonntäg-lichen und festlichen frohen und traurigen Veranlassungen zumfrommen Berein zusammen riefen. Diese prächtigen Glockennahmen die Franzosen bei der Occupation des Landes 1807—1808 weg und ließen Kanonen daraus gießen. Nach dem Jahre1814—1815 rührte der Pfarrer Mumperow nicht eher, bisdie Kirche, wenn auch nicht ebenso gute, doch ähnliche Glockenwieder erhalten hatte. Die Gemeinde subscribirte dazu einegroße Summe, und durch die Mitwirkung des für alles Gutethätigcn Chef-Präsidenten Richter zu Minden, und des Gene-ral-Superintendenten, des würdigen Bischofs v. Roß zu Ber-lin, gab der König Friedrich Wilhelm III. das Fehlende,einen ansehnlichen Beitrag. Roch erlebte der fromme Pfarrerdie sehr gewünschte Freude, die Klänge dieser Glocken zu hö-ren. — Er legte sich hin, er, der nie Anderen Schmerz ge-macht, starb ohne Schmerzen, und sein edles Angesicht glänzteim Tode wie das eines Engels. An ihm und seinem Bei-spiele konnte man lernen, was wahrer Pietismus und echterMysticismus ist.