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3,2 (1846)
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muß sprechen." Als er aber zum Schreckeu des Ortspredi-gers und der Versammlung noch mitten im Sprechen war,trat der anwesende Justizbeamtc, empört über die unerhörteStörung, hinzu, hieß schweigen, und arrctirte den unbekann-ten Fremdling. Durch die herbeigerufenen Diener des Ju-stizamtmanns wurde er abgeführt und der nachlaufende Haufeschrie: ,,Jn's Gefängniß mit ihm!" Dieß geschah. DasGefängniß, das einzige des Ortes, war aber feucht, finsterund ungesund. Es hatte nur einen einzigen Behälter, inwelchem schon ein anderer Verbrecher saß. Gereizt und auf-geregt in seinem ganzen Innern, bekam der arme cigespcrrtcFanatiker ein nervöses Faulfieber — und nach kurzer Zeitstarb er. *) Er nahm ein Ende mit Schrecken. Der

') Die ganze Erzählung von dem Borfalle in der Kirche und dastragische Ende des Berblendetcn im Gefängnisse habe ich au-thentisch von dem benachbarten Prediger Mumperow zu Her-ford auf dem Berge. Dieser war ein wahrer frommer Seelen-hirt seiner großen zerstreut wohnenden Gemeinde und an ihmund seinem praktischen Beispiele habe ich gesehen, was einHeller und warmer, pflichtlicbender und gewissenhafter Pastor,zumal, wenn er eine lange Reihe von Jahren das geistlicheAmt bei seiner Gemeinde verwaltet, in demselben vermag. Alleseine Beichtkinder, die er großentheils unterrichtet und consir-mirt hatte, hingen in Verehrung, Liebe und Vertrauen an ihm,ihrem geistlichen Vater. Er war täglich unter ihnen, entwederim Kirchspiel, oder in seinem Hause, und Niemand, der desRathes und Trostes bedurfte, ging ohne Hülfe von ihm. InErnst und Würde, Kindlichkeit und Treuherzigkeit, ging ermit ihnen um und war ein Hirt seiner Heerde; dem verlorenenSchäflcin ging er nach, und wenn er es in der Wüste gefunden,nahm er es auf seine Schultern und trug es heim. Mumperow,mit dem ich in Halle studirte, in dessen stillem Pfarrhause ichköstliche patriarchalische Stunden verlebte, war einer der treue-