Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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„sorgen" ein wirkliches Sorgen, Thun, Wirken, Hoben, Schaf-fen, als wenn Alles dabei, auch die Zukunft, die doch allein inGottes Hand liegt, von ihm, dem Menschen, abHange. Esist unnütz und thöricht, so, von dem Regierer des Ganzenund Einzelnen losgerissen, danach sein Schicksal bestim-men zu wollen, da doch Alles durchgängig ganz anderskommt und es doch geht, wie es gehen soll. Aber keines-weges will unser Heiland von uns ein blindes, unthätigcsVertrauen; vielmehr verlangt er von uns ein weises Rück-sichtnehmcn auf obwaltende Verhältnisse und ihre Zukunft;der Apostel verlangt von Christen, daß ihr Gottesdienst einvernünftiger sein soll; und diejenigen, welche die Vor-schrift:'„Ihr sollt nicht sorgen!" buchstäblich nehmen, werden,wenn es zu spät ist, ihre Gedankenlosigkeit und ihren Leicht-sinn, ja Unbesonnenheit, beklagen. Daran, daß es so Vie-len übel geht, wenn die Zeiten sich geändert haben, und soviele Institute, die sich hoffnungsvoll ankündigten, wiederauflösen, sind die Menschen selbst schuld; warum haben sieheute nicht an morgen gedacht, warum nicht die WarnungenJesu benutzt, der ausdrücklich lehrt: „Wer ist unter euch (deretwas unternimmt), der einen Thurm bauen will, und sitzetnicht zuvor und überschlägt die Kosten, ob er's habe hinaus-zuführen? Auf daß nicht, wo er den Grund gelegt hat,und kann es nicht hinausführen, Alle, die es sehen, fangenan, seiner zu spotten. Lucas 14, 28. 29." Solcher unprak-tischen Weisheit wollen wir uns nicht schuldig machen, son-dern auf einer neuen gewonnenen festen Basis fortbauen für dieZukunft; ich trage darauf an, daß das Frankc'sche Vcrmächtnißnicht ausgegeben, sondern zusammengehalten werde, damit es einbleibendes Vermögen der Bibelgesellschaft zu Potsdam werde,von dessen jährlichen Einkünften die Armen Bibeln erhalten."