Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Wort und sprach: „Es fragt sich: wie soll die Bibelgesell-schaft dieses Vermächtniß ihres entschlafenen Freundes ver-wenden? Es läßt sich diese Frage auf zwiefache Art beant-worten: entweder können wir die ganze Summe ausgebenund in Bibeln an Arme, die sie noch nicht haben, verthcilen;oder wir machen das geschenkte Geld zum eisernen Bestand,gründen damit einen Fond, und verwenden die jährlichenInteressen dieses Capitals zum Ankauf von Bibeln für Be-dürftige. Der Testator hat darüber nichts bestimmt, es hängtalso von uns ab, welche Einrichtung wir treffen wollen.Ich bin der unmaßgeblichen Meinung, daß das Vermächtnißnicht vertheilt, sondern ein Vermögen der milden Stiftungdamit gegründet und dessen Einkommen jährlich zum Bestender Armen verwendet werde. Meine Gründe für diese un-vorgreiflichc Ansicht sind folgende. Jetzt in unserer gutenZeit gilt die heilige Schrift wieder, und es ist ein wahrerGlanzpunkt, daß sie wieder in ihr Recht getreten und sie,was vorher in dieser Art nie geschehen, planmäßig unter die,welche sie nicht haben, vertheilt und verbreitet wird. Jetztist es so, unter der Regierung eines vortrefflichen schützendenKönigs, dessen Minister es sich zur Ehre rechnen, Präsidentund Mitglieder der Bibelgesellschaft zu sein. Hoffentlich wirdes so bleiben; die christliche fromme Gesinnung des Kron-prinzen und die Pietät des Königlichen Hauses berechtigt zuden besten Hoffnungen. Aber es könnte auch anders sein;die Denkart des Königs bestimmt die Handlungsweise derklebrigen und nach seinem Beispiel richtet sich Alles. DerGeist der Zeit kann sich ändern und eine andere Richtungnehmen, und in seinem Geschmack ebenso abhold der Bibelwerden, als er ihr jetzt hold ist. Für solche übele Tage, diekommen können, ist es wichtig, für die fortdauernde Existenz