Druckschrift 
3,2 (1846)
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Abends aber in die Betstunde. Die Prediger beklagten sich,kamen in Unfrieden mit ihren sonst verbrüderten Nachbarn,und hatten in Verbitterung des Lebens zu kämpfen mit demParteihasse. Gute und böse Gerüchte cursirtcn, wie es beieinmal eingerissenen Antagonicn zu gehen pflegt, im Lande.Der Wirrwar der Ordnungslosigkeit ging so weit, daß beimißverstandenen Begriffen dessen, was die heilige Schriftvom geistlichen Priesterthum, wonach ein jeder Christ einPriester sein kann, sagt, das Sacramcnt des heiligen Abend-mahls auch von Laien fungirt und ausgctheilt wurde. Manging weiter: auch Neugeborene wurden, ohne daß der ver-haßte Ortspredigcr davon wußte, von dem Familienvater,oder einem Anderen, willkürlich getauft. Alle Kirchen-Ord-nung war aufgelöst; die Urheber dieser Verwirrung woll-ten mit Bibelsprüchen, besonders aus der Apostelgeschichte,beweisen, daß solches der heiligen Schrift, der ersten christ-lichen Kirche und ihrer von den Aposteln getroffenen Urcin-richtung, gemäß sei. Daß bisher nur ordinirte Geistliche ge-predigt und Sacra administrirt hätten, sei keinesweges derWille und Befehl Jesu Christi, sondern eine Usurpation desStaates und ein trüber Ausfluß der Hierarchie. Ein jederHausvater sei der rechte natürliche Priester seiner Familie.Diese Auflösung alles kirchlichen Zusammenhanges und Ver-bandes fand seinen Stützpunkt in der thätigen Mitwirkungund persönlichen Theilnahme der Ersten vorzüglich in Land-gemeinden, sehr oft der adlichen Gutsbesitzer. Dadurch erhieltdie separatistische Sache eine gewisse organische Consistcnz undein gebieterisches intimidirendcs Ansehen. Sie nahm zu, undder Minister des Cultus v. Altenstein hatte mit ihr einenbösen Stand, da der König, ob Ihm gleich über den ganzenHergang und sein Wachsthum ehrlicher und vollständiger