Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
158
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Bericht erstattet wurde, Glimpf und Nachsicht wollte, jaoft mildere Verfügungen erließ, wenn die Separatistensich unmittelbar an Ihn wendeten. Es konnte also vonden Behörden nur lavirt werden, und man verfuhr mit un-glaublicher Schonung und Nachsicht. Dadurch wurde dasUebel immer ärger und griff immer mehr um sich. Ja eserreichte den hohen Grad, daß auf anhaltendes Sollicitirender Gemeinde der Prediger, über dessen heterodöxes Wesenman sich fortwährend beschwerte, versetzt und ihr der Geist-liche wiedergegeben wurde, zu dem man hingelaufen war undden man am Liebsten hörte. Der Minister und seine geist-lichen Räthe athmetcn freier und glaubten, nun sei Alleswenigstens in dieser Gemeinde gut. Eine Zeit lang herrschteauch in ihr Ruhe und Frieden; aber dem separatistischenSinne, einmal in Unruhe und Bewegung gekommen, wurdedie kirchliche Ordnung dennoch zu monoton und langweilig,und da der Prediger nicht in allen Stücken so wollte, konnteund durste, wie viele Gemeindeglieder es verlangten, wurdeman auch mit ihm unzufrieden, und bald kam es dahin, daßman auch ihn, den man doch gewünscht und als den bestensympathetisch gewollt und ertrotzt hatte, nicht mehr wollte,so daß der Unfug ärger war, als zuvor. Statt die wider-spenstige Gemeinde zur Ruhe zu verweisen und zu bestrafen,wurde nach dem Willen des Königs wieder der Weg derGüte eingeschlagen und aus dem geistlichen Ministerium einObcr-Consistorialrath zur Beilegung und zum gutachtlichenBericht in Untersuchung aller eigenmächtigen Maßregeln hin-geschickt. Der Minister wählte dazu den ruhigsten und mo-deratesten, den würdevollen, wahrhaft frommen Propst I).Ribbeck. Schonend, milde und gütig, wie er war, wohnteer den bestimmten Betstunden, zu welchen die Meisten im