Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
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Geistlichen der Kirche blieben lange im Brodbrechcn; undAlle, die an der Unionsfcicr Thcil genommen, bekannten, daßsie Stunden für die Ewigkeit verlebt hätten. Der festlicheGottesdienst dauerte sehr lange; nach dessen Beendigung fuhrder König nach Wittenberg, um der Einwcihungsfcicr desDenkmals und Standbildes Luthers in der alten Luther-Stadt beizuwohnen. *)

Wiewohl damals noch (1817) der König von Preußenin den Theilen von Sachsen, die von dem alten Regenten-Hause zu Dresden abgerissen und einem fremden Herrscher

') Durch die Pietät der Contribucntcn, und vorzüglich durchdie Munisicenz des Königs, kam nach vielen Jahren, unddem errungenen Frieden, dieses herrliche aus der KünstlerhandRauchs hervorgegangene Denkmal zu Stande. Die Ein-weihung desselben am dritten Reformations-Jubelfeste war inallen seinen aufeinander folgenden Feierlichkeiten, ein großartigesVolksfest. Die Hauptrcde hielt dabei der würdige alte Gene-ral-Superintendent I)>. Ritsch: „Uebcr das Heil der Welt!"Diese Einweihungsredc war, wie es von einem gebildeten undgelehrten Manne nicht anders zu erwarten war, gedanken-reich und voll von treffenden Urthcilen und freien, viel um-fassenden An- und Aussichten; aber in einem holprigen, abstrusenStyle geschrieben. Der ehrwürdige Veteran gestand das selbst;„aber," setzte er treuherzig hinzu, „das kommt daher, daß ichdiese Rede erst, wie ich gewohnt bin, in lateinischer Sprachegeschrieben und dann in die deutsche übersetzt habe." Gebildetauf den Sächsischen gelehrten Schulen und nachher Professorin Wittenberg, war die elastische lateinische Sprache ihm sogeläufig und zur anderen Natur geworden, daß er, ein gebo-rener Deutscher, lateinisch dachte und träumte. Er war einehrwürdiger, biederer Mann, dessen Andenken im Segen bleibt.-Xvo pia anima.

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